Words of wisdom

“The first world war unleashed a relation to violence from which we haven´t recovered until today.”

… resümierte die Professorin meiner “Women&Gender in contemporary Europe”-class. Wir sprachen über die für die Bevölkerung Europas unvorstellbaren Dimensionen des Krieges. Angesichts der neuen industrialisierten Kriegsführung stellte dieser Krieg alle bisherigen  kriegerischen Auseinandersetzungen mit seinem geographischen Ausmaß, seiner Härte und brutalen Effizienz in den Schatten. Er ließ nicht nur eine hungernde, sondern auch eine vollkommen verängstigte und traumatisierte Bevölkerung zurück, deren Zahl von Männern zwischen 18 und 32 um ein drittel reduziert worden war. Die Männer die zurückgekehrt waren,  fanden angesichts ihrer Erfahrungen in dem bis dato brutalsten aller Kriege nicht mehr in den Alltag zurück. Dieses Phänomen rief erstmalig Psychiater auf den Plan, die nach Behandlungsmöglichkeiten dessen suchten, was heute als Post-Traumatic Stress Disorder (PTSD) bekannt ist.

Gleichzeitig aber bedeutete der 1. Weltkrieg für die Frauen in Europa Fortschritt, da sie traditionell männliche Arbeit übernehmen mussten und somit ihre Rolle als Hausfrau und Mutter hinterfragt wurde. Deshalb ist kein Zufall, dass im November 1918 nicht nur der 1. Weltkrieg zu Ende ging und das Deutsche Reich durch die Abdankung Wilhem II. zerfiel, sondern auch dass im selben Monat das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt wurde.